Erkennen
Wenn eine nahe stehende Person sich
in ihrem Verhalten langsam verändert,
so bemerkt die betroffene Person selbst
und die Umgebung dies häufi g längere
Zeit gar nicht. Erst wenn Unsicherheit,
Niedergeschlagenheit, Ratlosigkeit,
Zurückgezogenheit, Ängste oder andere
Symptome unübersehbar werden, oder
aber die Umtriebigkeit und die Aggressionen
zunehmen setzt Nachdenklichkeit ein.
Vielleicht kommt spätestens jetzt der
Verdacht auf, es könnte sich um eine
psychische Störung handeln.
Was tun, wenn man keine eigenen
Erfahrungen aus dem privaten oder
berufl ichen Umkreis mit psychischen
Störungen hat? Mit wem soll man darüber
sprechen? Die Familie soll nicht unnütz ins
Gerede kommen. Der Arbeitgeber soll es
keinesfalls erfahren.
Behandeln
Psychische Störungen sind nicht so selten wie man zunächst denkt. Untersuchungen besagen, dass in einem 5-Jahresverlauf etwa jeder zehnte Deutsche ambulante oder stationäre psychiatrische Hilfe in Anspruch nimmt. Da auch die häufi geren psychischen Störungen in vielen verschiedenen Spielarten und mit unterschiedlichen Verläufen auftreten, erscheinen sie individuell ausgeprägt.
Dank des Fortschritts von Medizin und Pharmazie in den letzten 50 Jahren sind heute psychische Störungen unvergleichlich besser behandelbar. Auch wenn ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Hausarzt besteht, sollte sobald wie möglich ein niedergelassener Facharzt für Psychiatrie (Psychotherapeut oder Psychiater) oder eine psychiatrische Fachklinik aufgesucht werden, um die genaue Diagnose zu stellen und um eine angemessene Behandlung einzuleiten. In einigen Fällen ist Eile geboten, weil sonst die Gefahr besteht, dass die Gesamtpersönlichkeit bleibende negative Veränderungen erfährt. Grundsätzliche Vorbehalte gegen eine medikamentöse Behandlung sind unangebracht. Vielfach ermöglicht diese erst das Abklingen einer akuten Psychose und schafft Zugänglichkeit für die erforderliche Gesprächstherapie. Nach einer Schulung liegt der Zeitaufwand bei ca. vier Stunden/Monat. Voraussetzungen sind eine ehemalige Tätigkeit mit Personalverantwortung, ferner Erfahrung im Umgang mit psychisch Kranken, Wissen über psychische Erkrankungen und ein sicheres Auftreten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte persönlich, telefonisch oder via E-mail an den Verein. Wir beantworten gerne Ihre Fragen.
Begleitprobleme
Aus weiteren Gründen muss entsprechend der Schwere des Falls oftmals zügig gehandelt werden, nämlich bevor es zu Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber, dem Vermieter oder mit Gläubigern und Behörden kommt und bevor unerträgliche Situationen in der häuslichen Gemeinschaft entstehen. Der Informationsbedarf beim erstmaligen Auftreten einer psychischen Störung ist vielfältig. Je nachdem können die Themen Arzt, Klinik und Medikamente; Ausbildung, Sicherung von Arbeitsplatz und Wohnung; Einweisung, Betreuung und Unterbringung im Vordergrund stehen. Finanzielle Belastung und Entlastung sind weitere gewichtige Themen.
Rat & Hilfe
Angesichts der vielfältigen Fragestellungen
können andere Angehörige aus eigener
Erfahrung eine erste Orientierung und einen
ersten Rat sowie nachhaltige Hilfestellung
geben. Aus dieser Erkenntnis hat unser
Verein verschiedene Angebote entwickelt.
Diese reichen vom informellen Kontakt, über
spezielle Beratungsgespräche im kleinen
Kreis bis zu Informationsveranstaltungen
zu einschlägigen Themen mit Fachleuten.
Ein Arbeitstraining als Vorbereitung für die
Wiederaufnahme einer berufl ichen Tätigkeit rundet unser
Angebot ab.
siehe Angebote HfpK
Ergänzend zu Angeboten unseres Vereins fi nden Sie auf den Folgeseiten auch
Hinweise über Angebote anderer Zusammenschlüsse auf regionaler oder
überregionaler Basis und Hinweise auf Broschüren über das regionale Angebot.
siehe Weitere Hilfe & Info
Zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen und sich z.B. bei den angegebenen Veranstaltungen Rat zu holen. Sie werden sich verstanden fühlen.